SV Union Halle-Neustadt – SG Zschorlau/Schneeberg 27:22 (15:9)
Mit der emotional noch frischen Heimniederlage gegen Bischofswerda im Rücken reiste unsere B-Jugend am Samstag zum bislang ungeschlagenen Tabellenführer nach Halle-Neustadt, bei dem wir sehr herzlich und freundlich empfangen wurden.
Die Ausgangslage war klar: Union hatte vor dem Spiel 10:0 Punkte auf dem Konto und präsentierte sich bislang als das konstanteste Team der Liga. Unsere SG kam mit 4:6 Punkten und dem Ziel, sich nach der unglücklichen Heimpleite erneut als konkurrenzfähiger Gegner zu zeigen. Erschwerend kam jedoch hinzu, dass wir verletzungs- und krankheitsbedingt erneut auf wichtige Spielerinnen verzichten mussten und ohne unsere beiden Linkshänderinnen nach Halle reisten. Zudem fielen kurzfristig zwei weitere Außenspielerinnen aus, was wieder einmal eine Umstellung der Startaufstellung zur Folge hatte.
Am Ende stand eine 22:27-Auswärtsniederlage auf der Anzeigetafel – ein Ergebnis, das die Stärke des Spitzenreiters unterstreicht, aber auch zeigt, dass unsere Mädels auswärts über weite Strecken mutig dagegengehalten haben.
Erste Halbzeit – mutiger Beginn, dann setzt sich Union ab
Der Start in die Partie gelang unserer SG richtig gut. In der 2. Spielminute nutzten wir die erste Lücke im Hallenser Abwehrverbund und netzten zum 0:1 und 1:2 ein und zeigten damit, dass wir uns keineswegs verstecken wollten.
In der Folge übernahm der Tabellenführer jedoch zunehmend die Kontrolle. Über das 3:2 (8. Spielminute) drehte Union das Spiel, profitierte von einfachen Treffern aus dem Rückraum und zeigte früh, warum man bislang noch keinen Punkt abgegeben hat. Unsere Abwehr brauchte ein paar Minuten, um sich auf das Tempo und die Durchschlagskraft der Hallenserinnen einzustellen. Bis zum 3:3 hielten wir das Spiel zunächst offen. Dann folgte die erste kritische Phase: Halle erhöhte das Tempo, zwang unsere SG zu mehr Abwehrarbeit in der Tiefe und nutzte kleine Abstimmungsprobleme konsequent aus. In dieser Phase zog der Gastgeber Tor um Tor davon. Trotz guter Aktionen im Angriff – vor allem über den Rückraum – gelang es unserer SG nicht mehr, den Gegner entscheidend zu bremsen.
Immer wieder kam Halle aus dem Rückraum oder über die halben Positionen zu einfachen Treffern. Gleichzeitig verpufften einige gute Angriffsansätze, weil der letzte Pass nicht sauber genug kam oder klare Torchancen ungenutzt blieben. Bis zur Schlussphase der ersten Halbzeit setzte sich Union weiter ab. Der Rückstand wuchs Schritt für Schritt an und so ging es mit der Pausensirene mit einem 15:9-Rückstand in die Kabine. Aus unserer Sicht war das Ergebnis bitter, weil phasenweise durchaus ordentlich verteidigt und mutig abgeschlossen wurde – die Effizienz und Konsequenz des Tabellenführers gab in den entscheidenden Momenten jedoch den Ausschlag.
Zweite Halbzeit – SG bleibt dran, Union verwaltet die Führung
Nach dem Seitenwechsel wollten wir vor allem eines: das Spiel nicht kampflos aus der Hand geben und zeigen, dass wir auch einem Topteam auswärts Probleme bereiten können. Direkt nach Wiederanpfiff fanden wir gute Antworten im Angriff. Erneut nutzten wir im Rückraum starke Eins-gegen-Eins-Aktionen und kluge Laufwege, um im Angriff gefährlich zu bleiben.
Zwischenzeitlich waren wir beim 15:12 in der 28. Spielminute wieder auf drei Tore heran. Wir nutzten sowohl unsere Außen als auch den Rückraum, um Halle unter Druck zu setzen, und blieben vom Siebenmeterstrich sicher. In dieser Phase zeigten wir genau das, was wir uns vorgenommen hatten: mutig abschließen, Druck auf die Nahtstellen machen und Halle zu mehr Arbeit in der Abwehr zwingen.
Doch immer wenn es schien, als könnte die Partie noch einmal komplett kippen, hatte Union eine Antwort parat und stellte mit einem Zwischenspurt die alte Distanz wieder her. Zwar kämpften wir uns Mitte der zweiten Halbzeit beim 20:15 und 20:16 (35./36. Spielminute) noch einmal heran, aber der Tabellenführer blieb in den entscheidenden Momenten nervenstark. In der Schlussphase schafften wir es mehrfach, den Rückstand bei vier bis fünf Toren zu halten.
Beim 22:17 und 24:18 (41. und 43. Spielminute) waren wir weiterhin in Schlagdistanz, doch Halle brachte seine Angriffskonzeption konsequent auf die Platte, nutzte kleine Fehler in unserer Defensive und hielt unsere SG damit permanent auf Abstand. Auch die letzte SG-Aufholjagd in den Schlussminuten – mit hart erkämpften Treffern aus dem Rückraum zum 25:20, 26:21 und 27:22 – konnte den Ausgang nicht mehr verändern. In der Schlussphase spielten die Hallenserinnen das Match routiniert zum 27:22 zu Ende.
Unterm Strich stand eine zweite Halbzeit, in der unsere Mädels offensiv immer wieder gute Lösungen fanden und nie aufsteckten, defensiv aber den Rückraum des Spitzenreiters nicht über 50 Minuten in den Griff bekamen.
Fazit – Niederlage mit Lerneffekt beim Ligaprimus
Die 22:27-Niederlage beim SV Union Halle-Neustadt tut auf dem Papier weh, gerade weil wir über weite Strecken deutlich besser agierten, als es das Halbzeitergebnis von 15:9 vermuten lässt. Gegen das bislang souveräne Spitzenteam der Liga brachten unsere Mädels immer wieder gute Lösungen aufs Feld und zeigten, dass sie auch auswärts mithalten können. Schaut man nur auf die Halbzeiten, wird das noch deutlicher: Die erste Hälfte ging mit -6 deutlich an Halle (15:9), die zweite Halbzeit konnten wir jedoch mit +1 für uns entscheiden (13:12) – ein klares Zeichen dafür, dass sich die Mannschaft in der Pause noch einmal zusammengerauft und eine stärkere Antwort gefunden hat. Gleichzeitig zeigt gerade unsere starke zweite Halbzeit, welches Potenzial in uns steckt, wenn wir von Beginn an konzentriert und mit der richtigen Einstellung auftreten – daran wollen wir in den nächsten Wochen weiter arbeiten.
Entscheidend war am Ende die Konsequenz des Tabellenführers: Halle nutzte Schwächephasen unserer SG gnadenlos aus, war in den Kleinigkeiten präsenter und zog in den Schlüsselminuten sowohl vor als auch nach der Pause jeweils davon. Für uns bleibt die Erkenntnis, dass wir auf dem richtigen Weg sind – aber gegen ein Team dieser Qualität jede Unkonzentriertheit sofort bestraft wird.
Wenn es gelingt, die positiven Elemente – mutiger Angriff, klare Entscheidungen im Rückraum und das immer wieder aufblitzende Zusammenspiel – mit einer stabileren Abwehrleistung zu verbinden, werden wir in den kommenden Wochen weiter wichtige Punkte sammeln können.
Blick nach vorn: Auswärts zum HBC Wittenberg
Mit der Niederlage in Halle bleiben wir im Tabellenmittelfeld, während der HBC Wittenberg aktuell einige Plätze vor uns rangiert. Für uns ist die Ausgangslage damit klar: Gegen Wittenberg geht es nicht nur um zwei Punkte, sondern auch darum, den Anschluss nach oben zu halten und den Abstand auf einen direkten Konkurrenten zu verkürzen.
Am kommenden Wochenende treffen wir auswärts auf eine Mannschaft, die bislang vor allem durch eine kompakte Abwehr und konsequente Chancenverwertung aufgefallen ist. Für uns bedeutet das: Von Beginn an hellwach sein, die Mitte in der Abwehr besser schließen und im Angriff mutig, aber geduldig agieren.
Gelingt es, die positiven Ansätze aus den letzten Partien – insbesondere die starke zweite Halbzeit in Halle – über die vollen 50 Minuten auf die Platte zu bringen, ist auch in Wittenberg etwas Zählbares möglich. Entscheidend wird sein, klar in den Absprachen zu bleiben, das Tempo hochzuhalten und sich nicht von kurzen Negativphasen aus der Ruhe bringen zu lassen.
Die Richtung stimmt – jetzt wollen wir uns mit Punkten belohnen.
Statistik
| Nr | Name | Tore | 7m-Tore |
|---|---|---|---|
| 1 | Kothe, Lisa (Tor) | ||
| 3 | Schilhan, Lotta | ||
| 5 | Putzker, Naimi | 8 | |
| 8 | Moosche, Lotta | 4 | |
| 9 | Moosche, Lene | 4 | |
| 10 | Lorenz, Marleen | 1 | |
| 13 | Groh, Venezia | 4 | 2/2 |
| 15 | Kehrer, Mathilde | ||
| 17 | Fischer, Lilly | 1 | |
| 18 | Rosenau, Finnja | ||
| 20 | Borgers, Siri Lucia (Tor) |


































































